Führungen und Vorträge

Geschichte und Gegenwart zusammendenken

Fundierte Sachinformationen anhand von Bildern und Dokumenten spannend, verständlich und im Dialog mit den Teilnehmer:innen zu vermitteln – das ist der Anspruch, den wir an unsere Führungen und Vorträge stellen. Das Themenspektrum der Präsentationen, die unsere wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen anbieten, reicht von der Geschichte der frühen Lager und dem Widerstand gegen das NS-Regime über die Frage nach den ‚Lehren aus Weimar‘ für die Gegenwart bis hin zu Antisemitismus und Rassismus in heutiger Zeit. Die meist lebhaften Diskussionen mit eingerechnet, sind für alle Angebote rund 90 bis 120 Minuten Zeit zu veranschlagen. Wenn Sie eine Führung oder einen Vortrag bei uns buchen möchten, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf.

Führungen und Vorträge

Sechs Jahre lang – vom Frühjahr 1933 bis zum Frühjahr 1939 – diente die Kislauer Schlossanlage als Konzentrationslager. Warum wurde das KZ Kislau errichtet, und wer wurde aus welchen Gründen dorthin verschleppt? Wie erging es den Männern in der KZ-Haft? Und warum soll uns das alles heute noch interessieren? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhalten Sie im Rahmen einer einstündigen Führung auf den öffentlichen Wegen rund um die Kislauer Schlossanlage oder im Rahmen eines mit Bildern und Dokumenten angereicherten Fachvortrags.

Alter:             14 bis 99 Jahre
Dauer:           90 min
Gebühr:        50 Euro

Führungen finden ausschließlich außerhalb der Schlossanlage statt, die heute als Außenstelle der JVA Bruchsal dient. Bitte richten Sie sich darauf ein, dass dort keine öffentlichen Toiletten und keine Sitzmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Wetterfeste Kleidung wird empfohlen.

Titelseite der Beilage zur ‚Badischen Presse‘ vom 22. April 1933 (Ausschnitt)

Bei der Durchsetzung und Absicherung der NS-Diktatur kam den sogenannten ‚frühen Konzentrationslagern‘ eine zentrale Rolle zu. Im Frühjahr 1933 eilends errichtet, sollten sie der Demütigung und Neutralisierung der politischen Gegner der NSDAP dienen. Zugleich wurden in diesen Lagern Instrumentarien der Gewalt erprobt. Der Weg in den millionenfachen Mord war damit nicht vorgezeichnet, aber geebnet. Am Beispiel der badischen Lager Kislau und Ankenbuck sowie des auf badischem Staatsgebiet errichteten württembergischen Lagers Heuberg zeichnen wir die Geschichte der frühen Lager in Text und Bild nach und beleuchten exemplarisch Einzelschicksale von Häftlingen aus der jeweiligen Region.

Alter:             14 bis 99 Jahre
Dauer:          90 min
Gebühr:       150 Euro

Klebezettel der ‚Eisernen Front‘ aus dem Jahr 1932 [gemeinfrei]

Wenn vom Widerstand gegen den Nationalsozialismus die Rede ist, denken die meisten Menschen an die ‚Weiße Rose‘, an das Attentat vom 20. Juli 1944 und vielleicht noch an Georg Elser, der bereits im Herbst 1939 einen Anschlag auf Hitler verübt hatte. Dass zahllose Menschen schon den Aufstieg der NSDAP in der Weimarer Republik erbittert bekämpft hatten und dass viele von ihnen diesen Kampf auch in den ersten Jahren nach der Machtübergabe an die Nazis nicht aufgaben, ist nur wenig bekannt. Anhand von Bildern und Dokumenten spannen wir einen Bogen vom Abwehrkampf der Jahre vor 1933 über den frühen Widerstand gegen das sich etablierende NS-Regime bis hin zu späten Formen des Widerstands. Dabei nehmen wir nicht nur die landeshistorische Ebene, sondern auch die jeweiligen regionalen Spezifika in den Blick.

Alter:             14 bis 99 Jahre
Dauer:           90 min
Gebühr:        150 Euro

Demonstration am 1. Mai 1932 im Berliner Lustgarten [Archiv der sozialen Demokratie]

„Bonn ist nicht Weimar“, so schallte es vier Jahrzehnte lang gebetsmühlenartig allen entgegen, die sich um den Fortbestand unserer Demokratie sorgten, und „Berlin ist nicht Weimar“ hieß es auch noch in den ersten zwei, drei Jahrzehnten danach. Heute jedoch, da immer mehr einstmals stabile Demokratien der autoritären Versuchung erliegen, kommt uns die althergebrachte Gewissheit zunehmend abhanden. Was hätten die Lehren aus Weimar sein können und müssen? Was haben wir wirklich aus Weimar gelernt? Und was ist nun zu tun, um unsere Demokratie zu erhalten? In einem Mix aus Impulsvortrag und Workshop suchen wir – vom historischen Phänomen ausgehend – nach Antworten auf diese Fragen.

Alter:             14 bis 99 Jahre
Dauer:           90 min
Gebühr:        150 Euro

Bildtafel zu den am 15. September 1933 erlassenen Nürnberger Gesetzen‘ [gemeinfrei]

Was war der Wesenskern des Nationalsozialismus, was sein eigentliches Ziel? War der Weg in den Holocaust im Programm der NSDAP oder in Hitlers ‚Mein Kampf‘ bereits vorgezeichnet? Und ist all das, was sich an das Wort ‚Auschwitz‘ knüpft, tatsächlich nie wieder möglich? Anhand von Bildern und Dokumenten spannen wir einen Bogen von den Judenverfolgungen des Mittelalters über die Anfänge des neuzeitlichen Antisemitismus bis hin zum millionenfachen fabrikmäßigen Mord unter der NS-Diktatur. In diesem Rahmen arbeiten wir heraus, dass der Kult um die ‚arische Volksgemeinschaft‘ mitsamt der in den ‚Krankenmorden‘ gipfelnden ‚Rassenhygiene‘ auf der einen sowie Rassenantisemitismus und Holocaust auf der anderen Seite zusammengedacht werden müssen – nicht nur in der historischen Analyse, sondern auch im Interesse der Vorbeugung gegen vergleichbare Entwicklungen.

Alter:             14 bis 99 Jahre
Dauer:           90 min
Gebühr:        150 Euro

Lesungen

Aus Zeitzeugnissen, Presseberichten, Fotos und Dokumenten entsteht ein umfassendes Bild des schändlichen Spektakels, das die badischen Nationalsozialisten am 16. Mai 1933 in der Landeshauptstadt Karlsruhe inszenierten: Auf einem offenen Polizeiwagen wurden sieben bekannte Sozialdemokraten vom Bezirksgefängnis Riefstahlstraße ins kurz zuvor errichtete Konzentrationslager Kislau verschleppt. Die Route der Schaufahrt war mit Bedacht gewählt: Sie führte an Orten vorbei, die für die zerstörte Weimarer Demokratie standen. In der Presse war die Aktion groß angekündigt worden. Tausende kamen, um die Männer zu begaffen und zu verhöhnen. – Im Anschluss an die Präsentation schlagen wir einen Bogen in die Gegenwart und fragen, wie empfänglich unsere heutige Gesellschaft für Hass-Propaganda ist.

Alter:             14 bis 99 Jahre
Dauer:           120 min
Gebühr:        250 Euro

Die badischen Nationalsozialisten hassten den Karlsruher Landes- und Reichspolitiker Ludwig Marum nicht nur wegen seines konsequenten Eintretens für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, sondern auch wegen seiner jüdischen Herkunft. Ende März 1934 wurde Marum im KZ Kislau von SA- und SS-Männern ermordet. Nach dem Krieg kamen die Täter vor Gericht. Ulrich Wiedmann vom Forum Ludwig Marum e. V. hat die Prozessprotokolle zu einem szenischen Bericht verdichtet. Aktive des Lernort Kislau e. V. bringen diesen Bericht in einer gekürzten und überarbeiteten Fassung zur Aufführung.

Alter:             16 bis 99 Jahre
Dauer:           120 min
Gebühr:        250 Euro

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