
Geschichtslabor
‚Wo fängt Unrecht an?‘
Demokratie erforschen mit historischem Zugang
Woran denken Sie, wenn Sie das Wort ‚Labor‘ hören? Vielleicht an Menschen in weißen Kitteln, die Glaskolben mit dampfenden Flüssigkeiten schwenken? All das sucht man in unserem mobilen Geschichtslabor vergebens. Getreu unserem Motto ‚Geschichte begreifen – Demokratie erleben‘ können Jugendliche und Erwachsene aber auch in unserem Labor vermeintliche Wahrheiten hinterfragen und Theorien über Vergangenheit und Gegenwart auf den Prüfstand stellen.
Mitmach-Format
‚Wo fängt Unrecht an?‘, so lautet die Leitfrage, um die sich die Arbeit im Geschichtslabor dreht. Bei der Suche nach Antworten stehen Interaktion und Dialog im Vordergrund: Mit zahlreichen Klappen, Schiebereglern und Drehelementen laden die 16 Themenstationen unseres Mitmach-Formats dazu ein, sich Inhalte eigenständig zu erschließen und miteinander darüber ins Gespräch zu kommen.

Regionaler Ansatz,
globale Fragen
Ausgehend von der Geschichte des Konzentrationslagers Kislau, lädt das Labor dazu ein, die Unterschiede zwischen Recht und Unrecht, Demokratie und Diktatur auszuloten. Jeder Themenstation, die sich mit der NS-Historie befasst, ist eine Station zugeordnet, die ein Gegenwartsthema behandelt.
Pausenlos auf Tour
Seit seinem Start im Jahr 2021 wechselt das Geschichtslabor alle vier bis sechs Wochen seinen Standort. So erreicht es viele Menschen – ob in Schulen, Bibliotheken, Museen, Rathäusern oder anderen Bildungseinrichtungen. Wo Sie das Labor aktuell finden und wohin es als nächstes wandert, erfahren Sie hier.
Aktueller Standort:
Schloss Bruchsal
Einzelbesucher:innen können das Labor dienstags bis sonntags jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr kostenfrei nutzen. Gruppenbesuche bitten wir vorab bei der Kommunalen Jugendpflege Bruchsal anzumelden. Hier geht’s zum Anmeldeformular. Informationen zum Begleitprogramm finden Sie auf dem Info-Faltblatt und auf der Seite der Stadt Bruchsal.
Tour-Plan: Die nächsten Stationen
14. September bis 23. Oktober 2026
Theodor-Heuss-Gymnasium Mühlacker
Rappstraße 9, Mühlacker
2. November bis 22. Dezember 2026
Realschule Gernsbach
Am Bachgarten 8, Gernsbach
‚Jugend erinnert‘
Das Geschichtslabor sowie dessen erste zweijährige Praxisphase haben wir aus Mitteln des Bundesprogramms ‚Jugend erinnert‘ finanziert. Mit dieser Förderlinie hat die damalige Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) in den Jahren 2020 bis 2022 innovative und modellhafte Bildungsprojekte in NS-Gedenkstätten und Dokumentationszentren unterstützt.
How to Labor
Variable Nutzungsmöglichkeiten
Das Geschichtslabor kann sowohl allein als auch in der Gruppe erkundet werden – sei es ein kleiner Kreis von Personen oder eine Schulklasse. An der ersten Themenstation liegt ein ‚Labor-Heft‘ aus, das Angebote zur inhaltlichen Vertiefung enthält. Einzelbesucher:innen bietet es während ihres Labor-Besuchs wie auch danach Orientierung, Schulklassen können es im Rahmen der Vor- oder Nachbereitung ihres Besuchs nutzen.
‚Labor-Parcours‘ für Schulklassen
Speziell für Schulklassen haben wir das Format ‚Labor-Parcours‘ entwickelt. Es ermöglicht den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, sich ausgewählte Inhalte des Labors eigenständig in Kleingruppen zu erschließen. Zur Auswahl stehen ein ‚Großer Parcours‘, ein ‚Kleiner Parcours‘ sowie ein ‚Demokratie-Parcours‘, der ausschließlich auf die Gegenwartsstationen des Labors abstellt.

Leitfaden für Lehrkräfte
Detaillierte Informationen und Praxisvorschläge zu allen drei Parcours-Varianten sowie Kopiervorlagen für Arbeitsblätter, die Ihnen die Durchführung, Vor- und Nachbereitung des Labor-Besuchs erleichtern, finden Sie in unserem Leitfaden für Lehrkräfte.
Schulungen
An jedem Standort des Labors bieten wir nicht nur eine Einführung in Ansatz, Form und Inhalt unseres Mitmach-Formats, sondern auch eine Multiplikator:innen-Schulung für Lehrkräfte an. Sofern gewünscht, befähigen wir darüber hinaus junge Menschen ab 14 Jahren im Rahmen eines ein-bis zweitägigen Labor-Guide-Workshops dazu, Gleichaltrige bei der Erkundung des Labors zu begleiten und zu unterstützen.
Verleih
Anforderungen an den Standort
Das Geschichtslabor benötigt eine Stellfläche von mindestens 60 qm. Die Räumlichkeiten müssen barrierefrei zugänglich sein. Der Aufstellungsort sollte möglichst zentral gelegen und mit dem öffentlichen Nahverkehr gut erreichbar sein. Darüber hinaus muss gewährleistet sein, dass das Labor zu den üblichen Unterrichtszeiten für Schulklassen und andere Gruppen zugänglich ist.

Leihgebühr
Um die Kosten für den Auf- und Abbau des Geschichtslabors sowie für dessen Transport decken zu können, müssen wir eine Gebühr erheben. Gerne helfen wir Ihnen bei der Suche nach einschlägigen Fördertöpfen.
Verfügbarkeit anfragen
Sie möchten wissen, wann das Geschichtslabor zeitlich verfügbar ist, oder haben andere Fragen rund um unser Mitmach-Angebot? Dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.
Ich finde das Format sehr gut, vor allem die Mischung aus Geschichte und Gegenwart. Viele Menschen wissen nicht, was sie die NS-Geschichte heute noch anzugehen hat. Das Labor ist ein super Gegenbeispiel hierfür. Ich finde es gut, wenn man mit Mitschülern durchgeht, die man noch nicht so kennt und mit ihnen ins Diskutieren kommt.
Chia, 15 Jahre