
Netzwerk
Gemeinsam stark
Durch den Austausch mit anderen Akteur:innen der historisch-politischen Bildungsarbeit sowie mit Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung und Bürgerschaft erhalten wir wertvolle Anregungen und Ideen. Um eine kontinuierliche professionelle Begleitung unserer Arbeit zu gewährleisten, haben wir daher unterschiedliche Beiräte ins Leben gerufen. Ihre Mitglieder stellen unsere Konzepte auf den Prüfstand und unterstützen uns in dem Bemühen, das Projekt ‚Lernort Kislau‘ voranzubringen. Bundes- wie landesweit sind wir darüber hinaus in zahlreiche fachliche Netzwerke eingebunden und in mehreren Arbeitsgemeinschaften aktiv. Auch auf regionaler und lokaler Ebene stehen wir mit anderen Bildungsanbietern sowie mit Akteur:innen aus der Zivilgesellschaft im regen Austausch.
Unsere Beiräte
Förderbeirat
Unserem 2020 konstituierten Förderbeirat gehören Vertreter:innen des Landes Baden-Württemberg sowie der kommunalen Gebietskörperschaften an, die an der institutionellen Förderung des Projekts Lernort Kislau beteiligt sind. Das Gremium soll einen kontinuierlichen Informationsfluss und Austausch über den Stand des Projekts Lernort Kislau zwischen uns und unseren Mittelgebern gewährleisten. Darüber hinaus hat sich der Förderbeirat zum Ziel gesetzt, unsere Arbeit in der Region bekannter zu machen und uns mit lokalen Bildungsanbietern sowie mit potenziellen Förderern zu vernetzen. Dem Gremium gehören aktuell Ulrich Bäuerlein (Rhein-Neckar-Kreis), OB’in Petra Becker (Stadt Stutensee), OB Thomas Deuschle (Stadt Waghäusel), Dr. Katrin Hammerstein (Land Baden-Württemberg), Bm. Klaus-Detlev Huge (Gemeinde Bad Schönborn), Stefan Keller (Landkreis Karlsruhe),Wolfgang Müller (Stadt Bruchsal), Bm. Michael Nöltner (Stadt Bretten) und Domenica Szope (Stadt Karlsruhe) an.
Wissenschaftlicher Beirat
In den Jahren 2017 bis 2023 wurde die inhaltlich-konzeptionelle Arbeit unseres hauptamtlichen Teams von einem elfköpfigen wissenschaftlichen Beirat begleitet. Dem Gremium gehörten Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen an: Dr. Klaus Gaßner (‚Konradsblatt‘), Dana Giesecke (Stiftung FUTURZWEI), Dr. Katrin Hammerstein (LpB), Prof. Dr. Rolf-Ulrich Kunze (Karlsruher Institut für Technologie), Bettina Limperg (BGH), Kai Lohse (Bundesanwaltschaft), Dr. Thomas Lutz (Topographie des Terrors), Stefan Querl (Villa ten Hompel) und Prof. Dr. Sybille Steinbacher (Fritz Bauer Institut). Den Vorsitz übten Prof. Dr. Frank Engehausen (Universität Heidelberg) sowie – als dessen Stellvertreter – Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann (Generallandesarchiv Karlsruhe) aus. Sobald das Bauprojekt ‚Lernort Kislau‘ und mit ihm zugleich auch die Ausstellungskonzeption in seine aktive Phase tritt, soll der Beirat reaktiviert und neu konstituiert werden.

Jugendbeiräte und Jugend-Guides
Ein großer Teil unserer Bildungsangebote richtet sich an junge Menschen. Deshalb ist es uns ein besonderes Anliegen, Jugendliche und junge Erwachsene integral in die Entwicklung und Ausgestaltung dieser Angebote einzubinden. Bei der Ausarbeitung unseres Grundkonzepts für den künftigen Lernort Kislau hat uns ein Jugendbeirat mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Auch an der Konzeption unseres mobilen Geschichtslabors waren Jugendliche und junge Erwachsene eng beteiligt – allen voran unsere damalige FSJ-Kraft Tara Esenyurt, die das Format maßgeblich mitentwickelt hat. Seit 2021 bilden wir junge Menschen im Rahmen zweitägiger Workshops zu Labor-Guides aus und eröffnen ihnen so die Möglichkeit, unsere Arbeit längerfristig zu begleiten und mitzuprägen.
Bundesweite Vernetzung
AG Gedenkstätten an Orten früher Konzentrationslager
2019 hat sich der Lernort Kislau e. V. mit 16 weiteren Einrichtungen der historisch-politischen Bildungsarbeit aus ganz Deutschland in der Arbeitsgemeinschaft ‚Gedenkstätten an Orten früher Konzentrationslager‘ zusammengeschlossen. Um die Geschichte der frühen Lager bekannter zu machen und auf den heuristischen Wert hinzuweisen, den eine Beschäftigung mit ihnen zu bieten vermag, haben wir 2021/2022 gemeinsam die Ausstellung ‚Auftakt des Terrors‘ erarbeitet. Am 28. Februar 2023, dem 90. Jahrestag der Reichstagsbrandverordnung, wurde die Schau an mehreren Orten in ganz Deutschland gleichzeitig eröffnet – so von uns im Regierungspräsidium Karlsruhe. Noch im selben Jahr legten die AG-Mitglieder gemeinsam einen Ausstellungskatalog vor. 2026 folgte der Sammelband ‚Durchsetzung der Diktatur‘.

Arbeitskreis Justizgedenkstätten
Seit 2021 sind wir Mitglied im ‚Arbeitskreis der Gedenkstätten an ehemaligen Haftorten von Justiz und Polizei‘ – einem bundesweiten Netzwerk von Erinnerungsorten, an denen die Verfolgung und Inhaftierung durch Staatsorgane in beiden deutschen Diktaturen im Fokus steht. Im Rahmen jährlich stattfindender Treffen in Präsenz sowie von Zusammenkünften im virtuellen Raum tauschen sich die AK-Mitglieder über aktuelle Projekte und Herausforderungen aus. In der Ausgabe des Magazins ‚Lernen aus der Geschichte‘ vom Januar 2023 haben sich alle Mitgliedseinrichtungen – darunter auch der Lernort Kislau e. V. – vorgestellt.
Netzwerk ‚Jugend erinnert‘
Die Entwicklung unseres mobilen Geschichtslabors sowie dessen von einem Peer-to-peer-Ansatz geprägte zweijährige Erprobungsphase waren eines von bundesweit 29 Modellprojekten, welche die Beauftragte für Kultur und Medien (BKM) im Rahmen des von 2020 bis 2022 laufenden Bundesprogramms ‚Jugend erinnert‘ finanziert hat. Zu den integralen Bestandteilen dieses Programms gehörten regelmäßige Vernetzungstreffen von Vertreter:innen der geförderten Träger. Mit den anderen Einrichtungen, die in diesem Rahmen unterstützt wurden, stehen wir bis heute in einem steten Austausch.

Landesweite Vernetzung
LAGG Baden-Württemberg
2013 sind wir der ‚Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen Baden-Württemberg‘ (LAGG) beigetreten, die seit 1995 die Interessen der weitestgehend vereinsförmig organisierten baden-württembergischen Gedenkstätten gegenüber der Landespolitik sowie in bundesweiten Fachgremien vertritt. Im achtköpfigen Sprecher:innenrat der LAGG ist seit 2024 unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin Luisa Lehnen aktiv.

Regionale und lokale Vernetzung
Karlsruher Bündnis für Demokratie und Menschenrechte
Die Enthüllungen um das Potsdamer Geheimtreffen vom November 2023 haben bei vielen Menschen die Erkenntnis befördert, dass es an der Zeit ist, aktiv für unsere demokratischen Werte einzustehen. Auf Landesebene wie auch in vielen baden-württembergischen Städten haben diese Enthüllungen den Impuls zur Gründung breiter zivilgesellschaftlicher Bündnisse gegeben. Dem Karlsruher ‚Bündnis für Demokratie und Menschenrechte‘, das Anfang 2024 aus der Taufe gehoben wurde, gehört auch unser Verein an. Unser Vereinsvorsitzender Dieter Bürk ist im Lenkungskreis des Bündnisses aktiv. In der Vergangenheit fanden mehrfach gemeinsame Aktionen statt – allen voran am 27. Januar 2025 unsere von rund 850 Menschen besuchte Mahnwache auf dem Karlsruher Marktplatz.

DZNS Freiburg
2018 wurde unsere wissenschaftliche Leiterin Dr. Andrea Hoffend in den Programmbeirat des Freiburger Dokumentationszentrums Nationalsozialismus (DZNS) berufen, das damals unter städtischer Ägide zu entstehen begann. Im Rahmen ein- bis zweimal pro Jahr stattfindender Sitzungen stellte der Beirat in der Folgezeit die Überlegungen und Ideen für die künftige Einrichtung auf den Prüfstand – darunter das didaktische Konzept, das unsere frühere studentische Mitarbeiterin Maxilene Schneider mitentwickelt hatte. Auch über die Gremienarbeit hinaus stehen wir mit den Freiburger Kolleginnen seit Jahren in engem fachlichem Austausch. Im Zuge einer Kooperation mit dem DZNS haben wir 2023 unsere Wanderausstellung ‚Auftakt des Terrors‘ im Herzen der Breisgau-Metropole gezeigt und vorab ein Banner erstellt, das speziell über die frühen Lager in Baden informiert. In der 2025 eröffneten Dauerausstellung des DZNS sind auch drei Motion Comics aus unserer Feder zu sehen.
LpB des Saarlandes
2021 wurde Dr. Andrea Hoffend in den neu gegründeten wissenschaftlichen Beirat der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) des Saarlandes berufen. Seither tagt das Gremium zweimal pro Jahr – je einmal in Präsenz und im virtuellen Raum. Im Kreise ausgewiesener Bildungsforscher:innen hält sie das Fähnlein der historisch-politischen Vermittlungspraxis hoch. Dies erwies sich nicht zuletzt als nützlich, als die LpB 2023 mobile Angebote plante und sie die Erfahrungen, die wir mit dem Verleih unserer beiden Wanderformate gesammelt haben, einbringen konnte. Generell verlaufen die Diskussionen des Beirats stets in sehr anregender und konstruktiver Atmosphäre – sei es, wenn es um die Weiterentwicklung und Verbreitung der von der LpB des Saarlandes bereitgehaltenen Vermittlungsformate geht, sei es, wenn – wie am Jahreswechsel 2025/26 – eine fachliche Stellungnahme zur organisatorischen Neuaufstellung der LpB gefordert ist.
Initiative Kislau-Forum
Mit Aktiven der Bad Schönborner Initiative ‚Zeichen setzen‘ haben wir uns 2013 zur ‚Initiative Kislau-Forum‘ zusammengeschlossen. Beginnend mit einem Vortrag von Dr. Klaus Gaßner über die Geschichte von Schloss Kislau, hat das Bündnis von 2013 bis 2018 in Mingolsheim und Langenbrücken in loser Folge insgesamt zehn Veranstaltungen realisiert. So haben wir 2014 zu einer Einführung in die Ausstellung ‚Warum Marum?‘ durch Dr. Monika Pohl und 2015 zu einer Lesung der Autorin Marion Tauschwitz eingeladen, 2016 die Ergebnisse eines von uns begleiteten Östringer Schulprojekts zu KZ Kislau präsentiert, 2017 viele Interessierte zu einem Vortrag des heutigen Generalbundesanwalts Jens Rommel über die Strafverfolgung von NS-Verbrechen begrüßt und 2018 eine Lesung von Andrée Fischer-Marum realisiert. Mit einem Vortrag von Prof. Dr. Frank Engehausen über Kislau in der badischen Revolution endete die Reihe.

Forum Ludwig Marum
Der 2003 gegründete Forum Ludwig Marum e. V. (FLM) hat sich dem Andenken des 1934 im KZ Kislau ermordeten Landes- und Reichspolitikers Ludwig Marum verschrieben. Inhaltlich wie personell sind wir mit dem Verein seit unseren eigenen Anfängen eng vernetzt. Ende März 2014 etwa hat die stellvertretende FLM-Vorsitzende Dr. Monika Pohl auf unsere Einladung hin bei einem ‚Kislau-Forum‘ in Bad Schönborn referiert. Fast auf den Tag zehn Jahre später haben wir in enger Kooperation mit dem FLM im Neuen Ständehaus zu Karlsruhe die von Ulrich Wiedmann aufbereiteten Gerichtsprotokolle des Prozesses gegen die Mörder von Marum zur Aufführung gebracht.