
Workshops und Schulungen
Geschichte begreifen – Demokratie erleben
Zeitgemäße Zugänge und
aktive Beteiligung
Was macht die Demokratie stark und was macht sie schwach? Wann und wo fängt Unrecht an? Welche Handlungsspielräume hatten Menschen in der Weimarer Republik und unter dem NS-Regime, welche Handlungsspielräume haben wir heute? Diese und viele weitere Fragen bearbeiten wir im Rahmen unserer mobilen Workshop-Angebote für Menschen allen Alters. Gemäß unserem Claim ‚Geschichte begreifen – Demokratie erleben‘ setzen wir dabei auf zeitgemäße Zugänge und aktive Beteiligung. Alle Angebote, die Sie im Folgenden finden, lassen sich auch im Rahmen von Projekt-Tagen realisieren. Wenn Sie eines unserer Workshop-Formate für Ihre Schulklasse oder Gruppe buchen möchten, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf.
Workshops

‚Die Polizei – dein Freund und Helfer‘, so hieß es bereits in der Weimarer Republik. Doch mit der ‚Machtergreifung‘ der Nationalsozialisten 1933 wandelten sich Rolle, Selbstverständnis und Aufgaben der Polizei grundlegend – erkennbar etwa an der Schaffung der sogenannten ‚Geheimen Staatspolizei‘. Anhand von biografischem Quellenmaterial ergründen die Teilnehmer:innen, welchem politischen Spektrum Polizisten in der Weimarer Republik angehörten und welche Rolle die Polizei beim Aufbau des nationalsozialistischen Terrorapparats spielte. Anschließend wird gemeinsam der Bogen in die Gegenwart gespannt: Welche besondere Verantwortung trägt die Polizei in unserer heutigen Demokratie? Und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit sie dieser Verantwortung auch gerecht werden kann?
Alter: 16 bis 99 Jahre
Dauer: 180 min
Gebühr: 150 Euro

Beim Begriff ‚Konzentrationslager‘ denken viele Menschen in allererster Linie an Gaskammern, Krematorien und industrialisierten Massenmord. Dass das Menschheitsverbrechen der Shoah erst in der zweiten Hälfte des Zweiten Weltkriegs in Gang gesetzt wurde, ist heute kaum noch bekannt. In Vergessenheit geraten ist damit zugleich die Geschichte der sogenannten ‚frühen Lager‘. Eines dieser Lager wurde im Frühjahr 1933 im Bischofsschloss Kislau bei Mingolsheim (heute Bad Schönborn) errichtet. Zwischen 1933 und 1939 wurden dort mehr als 1.700 Männer gefangen gehalten. Warum wurde das KZ errichtet, und wer wurde aus welchen Gründen dorthin verschleppt? Wie erging es den Männern in der KZ-Haft? Antworten auf diese Fragen erarbeiten sich die Teilnehmer:innen anhand historischer Dokumente und Häftlingsaussagen zum KZ Kislau und exemplarischen Einzelschicksalen. Im Rahmen einer Positionierung diskutieren sie im zweiten Teil des Workshops die Frage, inwiefern die Geschichte der frühen NS-Zeit gerade heute und auch für sie relevant ist.
Alter: 14 bis 99 Jahre
Dauer: 90 min
Gebühr: 75 Euro

Einst als Errungenschaft gefeiert, gerät der demokratische Rechtsstaat mittlerweile in vielen Ländern zunehmend in Bedrängnis. Ausgehend von unseren Motion Comics über das Eintreten des Heidelberger Menschenrechtsaktivisten Emil Julius Gumbel für ein unparteiisches Justizwesen sowie über die parteiische Rechtsauslegung, mit der sich der Mannheimer Gewerkschafter Jakob Trumpfheller nach einer von Nazis provozierten Prügelei im Mannheimer Gemeinderat ausgesetzt sah, befassen sich die Teilnehmer:innen des Workshops mit Rechtssystem und Rechtswirklichkeit in Weimarer Republik und NS-Zeit. Gemeinsam analysieren sie historische Quellen, erarbeiten die wesentlichen Kennzeichen eines demokratischen Rechtsstaats und diskutieren, welche Bedeutung rechtsstaatliche Prinzipien und eine unabhängige Justiz für unser aller Freiheit sowie für ein friedliches Miteinander haben.
Alter: 14 bis 99 Jahre
Dauer: 180 min
Gebühr: 150 Euro

Schon wenige Monate nach ihrer sogenannten ‚Machtergreifung‘ hatten die Nazis die deutsche Presse erfolgreich ‚gleichgeschaltet‘. Die Zeitungsberichterstattung geriet damit zum zentralen Instrument, um die Meinung der deutschen Bevölkerung im politisch-weltanschaulichen Sinne des NS-Regimes zu lenken. Auch über die Errichtung erster Konzentrationslager wie Kislau und Ankenbuck wurde ausführlich und einseitig berichtet. Anhand zeitgenössischer Zeitungsartikel und Fotoaufnahmen setzen sich die Teilnehmer:innen im Rahmen von Kleingruppenarbeit mit der NS-Propagandaauseinander. Im zweiten Teil des Workshops gehen sie verstärkt der Frage „Was schützt vor Fake News?“ nach und reflektieren ihren eigenen Medienkonsum. Dabei werden auch virale Posts auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.
Alter: 14 bis 99 Jahre
Dauer: 135 min
Gebühr: 75 Euro

Wegen ihres mutigen Eintretens für die Demokratie gerieten der Heidelberger Menschenrechtsaktivist Emil Julius Gumbel, der Freiburger Zentrumspolitiker Joseph Wirth und der Mannheimer Gewerkschafter Jakob Trumpfheller in der Weimarer Republik ins Visier der extremen Rechten. Ausgehend von unseren Motion Comics über diese drei Nazi-Gegner diskutieren die Teilnehmer:innen im Rahmen des Workshops ihr eigenes Demokratieverständnis. Was macht die Demokratie stark? Wie können heute Gefahren für Freiheit und Rechtsstaat frühzeitig erkannt und wie kann diesen entgegengetreten werden? In Kleingruppen verhandeln die Teilnehmer:innen diese und andere Fragen. Dann bringen sie die Diskussionsergebnisse in kreativer Form mit Pinsel und Klebstoff zu Papier. Abschließend werden die so entstandenen ‚Bilder der Demokratie‘ zu einer kleinen Kunstausstellung zusammengeführt.
Alter: 11 bis 99 Jahre
Dauer: 180 min
Gebühr: 150 Euro

Ausgehend von unseren Motion Comics über Eugen Kern, Anna Denz und Heinz Bollinger werden Motive, Ziele und Ausprägungen des Widerstands gegen das NS-Regime beleuchtet und zu heutigen Entwicklungen in Bezug gesetzt: Was ist Widerstand und was nicht? Wie weit kann, darf und muss Widerstand gehen? Und ab wann ist Widerstand zwecklos? In Kleingruppen und im Plenum bearbeiten wir diese und viele andere Fragen. Abschließend halten die Teilnehmer:innen ihre jeweiligen Begriffe von Widerstand in Form von Standbildern bzw. neudeutsch: Freeze-Frames fest.
Alter: 11 bis 99 Jahre
Dauer: 90 min
Gebühr: 75 Euro
Schulungen

Ausgehend von der Frage ‚Wo fängt Unrecht an?‘ setzen sich die Nutzer:innen unseres mobilen Geschichtslabors mit der Geschichte des KZ Kislau auseinander, das 1933 unweit von Bruchsal errichtet wurde, und reflektieren dabei auch aktuelle Fragen zu Recht und Unrecht sowie zu Demokratie und Diktatur. Im Rahmen der Schulung lernen Multiplikator:innen die Inhalte des Geschichtslabors und das speziell für Schulklassen entwickelte Format ‚Labor-Parcours‘ kennen. Das Angebot richtet sich an Referendar:innen sowie Lehrkräfte der Fachbereiche Geschichte, Ethik, Gemeinschaftskunde, Religion und Deutsch. In der Regel bieten wir die Schulung an jedem Standort des Geschichtslabors an. Aktuelle Termine finden Sie hier.
Zielgruppe: Lehrkräfte und Referendar:innen der Fachbereiche Geschichte, Gemeinschaftskunde, Deutsch, Ethik und Religion
Dauer: 90 Minuten
Gebühr: keine

Jugendliche und junge Erwachsene gehen mit Gleichaltrigen meist offener und ungezwungener um als mit Älteren. Die Peer Education eröffnet die Möglichkeit, sie ohne Leistungsdruck an historisch-politische Fragestellungen heranzuführen. Daher bilden wir an vielen Standorten unseres Geschichtslabors junge Menschen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren zu Labor-Guides aus. Im Rahmen eines zweitägigen Workshops lernen sie die Inhalte der einzelnen Labor-Stationen kennen, machen sich mit verschiedenen Vermittlungsmethoden vertraut und werden dazu befähigt, andere junge Menschen bei ihren Erkundungstouren durch das Geschichtslabor zu begleiten. Nach Abschluss des Workshops erhalten die Teilnehmer:innen ein Zertifikat.
Alter: 14 bis 24 Jahre
Dauer: 15 Stunden an zwei Tagen
Gebühr: 350 Euro

In animierten Bildergeschichten von rund fünf Minuten Länge bereiten wir verbriefte Ereignisse aus der badischen Landesgeschichte aus der Ich-Perspektive ihrer Protagonist:innen auf. Wegen ihrer einfachen, leicht verständlichen Bildsprache und ihres konkreten regionalen Bezugs eignen sich die Filme ideal für den Einsatz im Schulunterricht. Zu jedem der mittlerweile mehr als ein Dutzend Motion Comics haben wir ein Quiz entwickelt, das den Inhalt in einen größeren historischen Kontext stellt und an die Gegenwart anbindet. Im Rahmen der Fortbildung erhalten Sie einen Überblick über das Themenspektrum der Motion Comics sowie Quiz und erarbeiten anhand praktischer Beispiele, wie sich beide Formate im kompetenzorientierten Unterricht der Sekundarstufen I und II gewinnbringend einsetzen lassen.
Zielgruppe: Lehrkräfte und Referendar:innen der Fachbereiche Geschichte, Gemeinschaftskunde, Deutsch, Ethik und Religion
Dauer: 90 Minuten
Gebühr: keine